Elektrofahrzeuge spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, ein stabiles Stromnetz sicherzustellen. Weltpremiere in den Niederlanden

TenneT und NewMotion haben damit begonnen, Tausende von Elektroautos zu verwenden, um die Stabilität des Stromnetzes sicherzustellen. Die Elektrofahrzeuge sind dabei „live“ auf dem Markt, um Stromschwankungen auszugleichen. Die Einführung von Elektrofahrzeugen auf diesem Markt und in diesem Maßstab ist eine Weltpremiere. Aufgrund der zunehmenden Stromerzeugung mithilfe erneuerbarer Energiequellen wie Wind- und Solarenergie müssen immer häufiger Schwankungen ausgeglichen werden, die sich durch ein Ungleichgewicht zwischen der Stromerzeugung und dem tatsächlichen Bedarf ergeben. Um diese Schwankungen innerhalb des Stromnetzes ausgleichen zu können, sind innovative Lösungen erforderlich.

„Dieses Pilotprojekt ist Teil der Gesamtstrategie von TenneT, die darauf abzielt, die Energiesysteme auf die größere Nutzung erneuerbarer Energien vorzubereiten. In den kommenden Jahren wird die Erzeugung von volatilem Strom – also von Strom, der in schwankenden Produktionsniveaus erzeugt wird – zunehmen. Hinzu kommt, dass immer mehr konventionelle Kraftwerken langsam aber sicher vom Netz genommen werden. Angesichts dieser Entwicklung wird es erforderlich sein, die plötzlichen und unregelmäßigen Schwankungen auszugleichen, die im Rahmen der Stromerzeugung auftreten können. Firmen wie NewMotion sind in der Lage, den Stromverbrauch aller angeschlossenen Elektrofahrzeuge zu steuern und diese Schwankungen zu verringern. Damit spielen sie eine wichtige Rolle bei der von TenneT verfolgten Vision“, sagt Ben Voorhorst, Chief Operations Officer bei TenneT.

Immer in Balance

TenneT hat die Aufgabe, eine stabiles Stromnetz zu gewährleisten. Das bedeutet, dass Angebot und Nachfrage in Sachen Elektrizität immer in etwa gleich sein sollten. Ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führt zu Unregelmäßigkeiten in der Netzfrequenz. Bisher haben die traditionellen großen Akteure auf dem Strommarkt diese Unregelmäßigkeiten behoben, indem sie ihre Produktionsleistung oder die Nachfrage entsprechend abgestimmt haben (durch einen Ausgleich der Frequenzunregelmäßigkeiten auf dem diesbezüglichen Markt). Der Markt war unzugänglich für kleinere Anbieter mit aggregierten Volumina. TenneT und NewMotion werden im nächsten Jahr demonstrieren, welchen wichtigen Beitrag ein Gesamtpool aus Elektrofahrzeugen leisten kann. Während dieser Zeit wird NewMotion seinen Kunden die Möglichkeit bieten, sich aktiv mit einzubringen.

„NewMotion hat das Ziel, den Übergang zu einer nachhaltigen Mobilität zu beschleunigen. Mit dieser neuen Technologie können wir das elektrische Fahren noch attraktiver für unsere Kunden machen. Mit mehr als 25.000 Ladestationen betreiben wir das größte Ladenetzwerk in Europa. Es ist wichtig, dass wir unseren Kunden diesen neuen Service so schnell wie möglich anbieten, damit sie das volle Potenzial der Elektromobilität erleben“, sagt Ritsaart van Montfrans, Gründer von NewMotion.

NewMotion arbeitet bereits von Anfang an darauf hin, das Potenzial von Energiedienstleistungen für Elektrofahrzeuge voll und ganz auszuschöpfen. Ein Elektrofahrzeug ist nicht nur ein Transportmittel, sondern kann auch zum Speichern von Elektrizität verwendet werden. Jede Ladestation von NewMotion ist in der Lage, die Ladegeschwindigkeit automatisch zu verwalten. NewMotion hat gemeinsam mit Nuvve daran gearbeitet, die Verbindung zum Echtzeit-Energiemarkt herzustellen. Nuvve ist ein amerikanisches Unternehmen, das diese Technologie bereits erfolgreich in den USA demonstriert hat. Die Bereitstellung einer Frequenzstabilisierung ist dabei der erste Schritt. Der nächste Schritt kann in der optionalen Integration einer Fahrzeug-zu-Netz-Technologie (Vehicle-to-Grid, V2G) bestehen, die auch das Entladen der Batterie ermöglicht.